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ArchivGesundheit / Medizin | 24.08.2010

"K. O. cktail – Oder fiese Tropfen im Glas"

Es passiert immer öfter: Frauen werden auf Partys mit K.o.-Tropfen betäubt, anschließend ausgeraubt oder vergewaltigt. Und noch schlimmer, die Frauen können sich an nichts mehr erinnern. In den letzten Jahren gab es etliche Verdachtsfälle, aber in keinem Fall konnte der Einsatz von den aus Gammahydroxybuttersäure bestehenden Tropfen in der Südpfalz letztendlich nachgewiesen werden.

Das Interventionsprojekt "STOPP gegen Gewalt an Frauen und Kinder in der Südpfalz" möchte dies ändern. Die Bevölkerung soll stärker sensibilisiert werden, dies legte das 30-köpfige Netzwerk fest. Für das kommende Jahr ist sogar eine öffentliche Veranstaltung geplant.

Gleich zu Beginn des Fachvortrags stellte Eva Jochmann von der Notruf- und Beratungsstelle für vergewaltigte Frauen und Mädchen in Mainz und Bernhard Oderwald von der Kriminalpolizei in Landau klar, dass es sich hier um eine der fiesesten Drogen handelt: "Die Tropfen, die auch unter "Liquid Ecstasy" bekannt sind, sind geruchs- und geschmackslos. Sie können deshalb leicht und unbemerkt in ein Getränk gemischt werden".

Nach etwa einer Viertelstunde fällt das Opfer in einen rauschartigen Zustand und in Euphorie, ähnlich wie bei Alkohol. Dieser Zustand wird von den Tätern oft genutzt, um die Opfer an einen anderen Ort zu bringen. Denn kurz danach setzt ein schlagartiger Erinnerungsverlust ein, der zwischen zwei bis acht Stunden dauern kann und einer Kurzzeit-Amnesie gleicht. Während dieses Erinnerungsverlustes kommt es, laut Jochmann, häufig zu sexuellen Übergriffen bis hin zu Vergewaltigungen und Mehrfachvergewaltigungen. Die Opfer können sich gar nicht oder nur an Bruchstücke erinnern. Trotzdem, so berichten einigen Frauen, merkt das Opfer, dass irgendetwas geschehen ist. Aber nicht nur in Diskotheken, Kneipen oder Festen kommt es zum Missbrauch, sondern auch im privaten Bereich. Die romantische Zweisamkeit kann leicht ausgenutzt werden.

"Viele Opfer schämen sich oder haben Angst vor einer Anzeige, da sie sich nicht mehr erinnern können", so Odenwald und erklärt das damit verbundene Problem: "Die Tropfen lassen sich im Körper nur kurz nachweisen. Schnelles Handeln ist deshalb gefragt". Ein Nachweis ist in Blut und Urin nur zwischen sechs und maximal zwölf Stunden nach der Einnahme möglich.

Die Gleichstellungsbeauftragen der Stadt Landau und des Landkreises Südliche Weinstraße raten deshalb: "Lassen Sie Ihr Getränk niemals unbeaufsichtigt stehen und nehmen Sie keine Getränke von unbekannten Personen an. Besprechen Sie mit Ihrer Freundin das Problem mit den K.o.-Tropfen und passen Sie gegenseitig auf sich und Ihre Gläser auf. Sollte Ihnen plötzlich schwindelig werden, oder ein unwohles Gefühl haben, sprechen Sie die Freundinnen und Freunde oder andere vertrauenswürdige Personen an."

Kontakt:
Polizei Landau: Telefon: 06341-287-0
Frauennotruf Mainz: Telefon: 06131/221213 oder www.frauennotruf-mainz.de
Aradia Landau, Telefon: 06341/83437 oder
www.aradia-landau.de

Quelle: Pressemitteilung Nr. 452 vom 23.08.2010
Kreisverwaltung Südliche Weinstraße -Pressestelle-
An der Kreuzmühle 2, 76829 Landau in der Pfalz
Telefon (06341) 940-104
Internet: http://www.suedliche-weinstrasse.de

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